Nachlese KUSO 04

Kammermusik – nicht für die Kammer!

Eine neue musikalische Herausforderung scheint sich im Konzertbetrieb in den letzten Jahren vermehrt Bahn zu brechen: die Aufführung großer Orchesterwerke mit kammermusikalischer Besetzung. Dass dies sowohl beim Arrangeur als auch bei den MusikerInnen höchste Qualität erfordert, liegt auf der Hand. Die Camerata Sinfonica Austria (CSA) wurde 2017 gegründet und wird vom jungen erfolgreichen Dirigenten Davorin Mori (gebürtig aus Dravograd) geleitet. 

Mit den Ungarischen Tänzen Nr. 4, 5 und 6 von Johannes Brahms gelang Mori eine feinfühlige, aber dennoch runde musikantische Interpretation.

Der aus St. Paul stammende Posaunist Philipp Fellner interpretierte danach souverän „Dream“, ein Konzert für Posaune und Orchester von Andrew W. Cadima aus 2008. Eine musikalische Glanzleistung des gesamten Orchesters bildete schließlich die Aufführung der 1. Sinfonie in D-Dur von Gustav Mahler, welche schon alleine als Komposition in ihrer Entstehungszeit bahnbrechend war. Dank des genialen Arrangements von Lain Farrington wurde die Illusion eines großen Sinfonieorchesters von neunzehn MusikerInnen vermittelt. Durch geschickte Besetzungen vermeinte man teilweise Instrumente zu hören, die gar nicht vorhanden waren. Da viele Instrumente solistisch besetzt waren, bedeutete die von Davorin Mori wunderbar interpretierte Sinfonie auch eine Höchstleistung für die ausübenden MusikerInnen. Die Wertschätzung durch das Publikum war nicht zu überhören.                                                                                                                                                                                        RG

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