Nachlese KUSO 07

Mozart traf Pärt

 

Obwohl die Kompositionen einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren umspannen, harmonierte die Programmauswahl des Collegium Carinthia im Konzert „Mozart trifft Pärt“ genial. Wer bliebe unberührt bei W. A. Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur, seinem Klavierkonzert KV 488 oder F. Schuberts Impromptu in c-moll – Werke, die alle menschlichen Gefühle ausgewogen umspannen? Der Klarinettist Simon Pibal hat mit seinem speziell auf „d’amore“ umgebauten Instrument technisch brillant und mit samtenen Legati die Herzen berührt. Nachdem der italienische Pianist Lorenzo Cossi, Lehrer am Konservatorium Klagenfurt, Schuberts Impromptu mit viel Energie aber auch Feingefühl interpretiert hatte, setzte er mit dem Klavierkonzert einen fulminanten Schlusspunkt.  

Interessant wurde das Konzert durch den Kontrast zu Werken von Arvo Pärt. „Fratres“ für Solovioline, Orchester und Schlagwerk baut mit glockenartigen Klangmodulen und extremen Tonlagen eine Spannung auf, die sich erst in der Stille danach langsam legt. Der technisch anspruchsvolle Solopart wurde von Zsuzsanna Bolimowski größtenteils überzeugend interpretiert. Pärts „Mozart-Adagio“ für Klarinette, Violoncello und Klavier machte aus dem Klavierstück durch Umverteilung und Reduktion ein spannendes imaginäres Treffen der beiden Komponisten. In allen Werken war das Collegium Carinthia unter Klaus Kuchling ein einfühlsamer, homogener Partner der Solisten. Begeisterter Applaus!                                

                         RG                                                             

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