Nachlese KUSO 07

Weltstar der Geige in St. Paul

Man muss ihn gesehen und gehört haben, um zu glauben, was auf einer Geige möglich ist: Benjamin Schmid, Salzburger Geiger von Weltruf, hat am Sonntagabend in St. Paul auf einer der schönsten Geigen, einer Stradivari „ex Viotti 1718“, einen kleinen Einblick in sein großes Repertoire gegeben. Aber das beste Instrument bliebe totes Holz ohne die Energie des Künstlers, der es zum Leben erweckt – und Benjamin Schmid tut das mit großer Meisterschaft. Technische Virtuosität wirkt bei ihm selbstverständlich, es geht ihm immer um das musikalische Gesamtbild. Ob sonore intensive Tiefe oder strahlende Höhe, ob lupenrein klingendes Flageolett oder arpeggierte Akkorde, ob geballte Entladungen oder hauchzartes Pianissimo – Schmid hat alle Nuancen unter Kontrolle. So überzeugte er schon mit den ersten beiden großen Werken für Violine und Klavier: Arvo Pärts „Fratres“ und Robert Schumanns hochromantischer Sonate in d-moll, höchst kompetent begleitet von Christopher Hinterhuber, der kurzfristig die verhinderte Pianistin Ariane Haering vertrat. Anschließend brillierte Hinterhuber mit Franz Liszts „Rhapsodie Espagnol“ solistisch. Nach Maurice Ravels „Tzigane“ endete das Programm mit der Suite für Violine, Klarinette und Klavier aus 1939 von Darius Milhaud, bei der Markus Fellner das Trio homogen komplettierte. Ein großartiger sommerlicher Konzertabend schloss passend mit „Summertime“.

Langanhaltende und stehende Ovation einer großen begeisterten Zuhörerschar und wer es versäumt hat:  Dieses bereits 8. Konzert im heurigen St. Pauler Kultursommer ist übrigens auch als „Das Ö1-Konzert“ am Freitag, den 12. Juli 2019 (19.30 Uhr) im Radio nachzuhören.

RG      

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Verein der Freunde des St. Pauler Kultursommers           www.kuso-stpaul.com          office@kuso-stpaul.com        Tel:+43 4357 2019-21