KUSO 08

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Himmlisch-irdische Klänge

Von der hervorragenden Akustik des Konvikt-Festsaals in St. Paul unterstützt, konnte das „Oberton String Octet“ am vergangenen Freitag einen fulminanten Erfolg feiern. Die Mitglieder des 2015 von Studenten der Kunstuniversität Graz gegründeten und mittlerweile international erfolgreichen Ensembles – für dieses Konzert um Cembalo und Kontrabass erweitert – stammen aus 9 Nationen. Bereits am Vormittag waren 300 Schüler:innen in den Genuss einer pädagogisch aufbereiteten Aufführung gekommen.

Schon mit dem 3. Brandenburgischen Konzert von J.S. Bach zeigte sich, in welcher Liga hier gespielt wird: Eine feurige Spielweise im intensiven Miteinander, verbunden mit großer agogischer Freiheit und einer kontrastreichen Dynamik lassen die Aufmerksamkeit des Publikums nie abgleiten. Natürlich wurde die aus zwei Akkorden bestehende Überleitung zwischen den beiden Sätzen vom Cembalisten gleich zu einer improvisierten Kadenz genutzt. Die auch im Tempo mitreißende Interpretation zeigte, welche Energie in dieser Musik steckt. Etwas Beruhigung, aber mit großer Intensität, brachten die folgenden Bearbeitungen von doppelchörigen geistlichen Werken. Nach dem Adagietto aus G. Mahlers 5. Symphonie folgte nach der Pause A. Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“. Bei diesem ebenso beliebten wie künstlerisch anspruchsvollen Werk mussten sich die von Konzert-meister Jevgenijs Cepoveckis solistisch souverän angeführten Musiker:innen auch Zwischenapplaus gefallen lassen. Das Ensemble entließ die Besucher mit F. Mendelssohn-Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ – himmlisch schön gespielt.

Robert Gritsch