KUSO 10

Mozarts Reqiem: himmlisch oder irdisch?

 

Manchmal hat man bei Mozart das Gefühl, als hätte er mit der Intensität seiner geistlichen Musik gegen die Schrecken des Jüngsten Gerichts ankomponiert und alles aufgeboten, was ihm möglich war, um seinen Schöpfer gnädig zu stimmen. Dieser Eindruck drängt sich  besonders im Requiem auf, das nach apokalyptischen musikalischen Bildern in überströmendes Gotteslob und Bittgebete mündet. Das sind die Voraussetzungen, auf denen Herwig Wiener-Püschel seine Interpretationen der „Vesperae solennes de confessore“ und des „Requiem“ mit der Sinfonietta Carinthia und dem Kammerchor Norbert Artner verwirklichte. Herwig Wiener-Püschel führte als routinierter Chorleiter den Chor in bewährter Weise zu einer großartigen Leistung. Die teilweise mangelnde Textverständlichkeit war allerdings den akustischen Bedingungen des Kirchenraums geschuldet. Die von Robert Rasch einstudierte Sinfonietta Carinthia bildete einen professionellen Klangkörper, der wesentlichen Anteil an der gelungenen Aufführung hatte. Das ausgezeichnet harmonierende Solist:innen-Quartett war mit Elisabeth Breuer (Sopran), Beatrix Robein (Alt), Gernot Heinrich (Tenor) und Adrian Eröd (Bass) hochkarätig besetzt und dem St. Pauler Publikum großen Teils bestens vertraut. Die stimmige Gesamtleistung wurde schließlich mit einem überwältigenden Applaus bedacht.

Robert Gritsch

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