Nachlese KUSO 14

Schubert in Arkaden

Offensichtlich hat die Ankündigung dieses „Erlebniskonzerts“ sehr viele Liebhaber des klassischen Liedgesangs neugierig gemacht – und die Erwartung war nicht überzogen! Was sich am vergangenen Freitag beim KUSO abspielte, war Neuland in doppelter Hinsicht. Erstmals wurde ein Konzert im westlichen Arkadengang platziert. Dieser ergibt einen schmalen und langen Raum für das Publikum, wodurch die Sicht im hinteren Bereich leider eingeschränkt ist (ein erhöhtes Bühnenpodium sollte in Zukunft dieses Problem lösen). Die Akustik aber ist mehr als zufriedenstellend. Die offenen Arkaden vermitteln zusätzlich noch das Gefühl eines Freiluftkonzerts.

Neu und einzigartig war aber vor allem das Konzept von Katrin Koch, die aus Teilen des Liederzyklus‘ „Die schöne Müllerin“ kombiniert mit weiteren Liedern von F. Schubert ein Dramolett mit verteilten Rollen entwickelte, in dem die Lieder die Handlung vorgeben. Für angeregte Gespräche in der Pause sorgte die Aufgabe für das Publikum, den Ausgang der Handlung per Votum mit Murmeln zu entscheiden. Die Sopranistin Katrin Koch hat die Rolle der Müllerstochter stimmlich und darstellerisch souverän und feinfühlig interpretiert. Der auf Erwiderung seiner Liebe hoffende Müllergeselle wurde vom Bassbariton Martin Achrainer vom Landestheater Linz mit großem Stimmvolumen und schauspielerisch überzeugend dargestellt. Und wo war der Jäger geblieben? Der war als Pianist Christian Koch unabkömmlich, hat aber trotz meisterlicher Vollbeschäftigung am Flügel noch Zeit gefunden, die Verhältnisse klarzustellen. Mit minimalen Requisiten und einer schlicht gehaltenen Lichtregie gewann der Abend eine weitere Dimension und beeindruckende Intensität. Nicht nur der Fanclub aus Reichenfels war begeistert!

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