Nachlese KUSO 15
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La dolce voce

Eine Wohltat für das Ohr, Wärme, Innigkeit, Zartheit, Klarheit, Geschmeidigkeit … solche Begriffe drängen sich auf, wenn man versucht, die Stimme von Birgit Stöckler zu beschreiben.

Am vergangenen Dienstag hat sie mit dem Grazer Kammerorchester „Dolce Vita“ und dem Tänzer Fabio Toraldo die Welt des Barock in der Stiftskirche für ein großes Publikum musikalisch wiedererstehen lassen. Barockmusik lebt von Verzierungen und Koloraturen, die eine ausgeprägte Atemtechnik erfordern. Mühelos hat Birgit Stöckler Händels Arien gesungen. Aber auch das Orchester Dolce Vita hat die gleiche Sprache gesprochen, besonders Konzertmeister Remigiusz Gaczynski mit seinen gefühlvoll interpretierten Soloparts.

Die weltliche Kantate „Tra le fiamme“ aus Händels Zeit in Rom um 1707 wurden mit Concerti grossi von Corelli und Scarlatti vor allem durch die gelungene tänzerische Umsetzung sehr schön zu einem Gesamtwerk der Zeit verwoben. Fabio Toraldo vom Grazer Opernballett schuf auch in der Händel-Kantate „Il delirio amoroso“ einen imaginierten Begleiter einer durch den Tod ihres Geliebten vom Wahnsinn bedrohten Nymphe. Die Gesamtleitung lag in den Händen des jungen Dirigenten Gerald Krammer, der mit unaufgeregter Gestik für ruhiges Fahrwasser für die dramatische Musik sorgte. Der perfekte Abend hätte Händels „Lascia ch’io pianga“ als Zugabe nicht mehr bedurft – aber es war schön, diesen Schlusspunkt zu setzen. Ein einzigartiges Erlebnis!                                      RG      

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