Nachlese KUSO 16

Musik als Liebeserklärung

Wie viel Klaviermusik wird von wie vielen PianistInnen in Konzerten hervorragend gespielt? Und doch war etwas besonders an diesem Konzert „Für Clara“ am vergangenen Dienstag in St. Paul. Die junge deutsche Pianistin Luisa Imorde hat mit selten zu hörenden Werken, die eben für Clara Wieck-Schumann komponiert wurden, ihr außergewöhnliches Talent für alle emotionalen Schattierungen romantischer Musik gezeigt. Mit kontrollierter Anschlagskultur arbeitete sie die großen musikalischen Bögen und Zusammenhänge heraus.

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Die „Variations serieuses“ von F. Mendelssohn-Bartholdy aus 1841 für die 22-jährige Clara sowie die Klavierstücke op. 118 vom 60-jährigen J. Brahms für die 74-jährige 1893 komponiert waren wohl nur als platonische Verehrung gemeint. Anders die Sonate Nr. 1 in fis-moll von R. Schumann – eine Liebeserklärung an die 17-jährige Tochter seines Klavierlehrers Wieck, der diese Verbindung letztlich erfolglos zu verhindern versuchte. Musikalisch schuf Schumann damit eine Perle romantischer Klaviermusik. Eine Perle, konzentriert auf eine kompetente Interpretin, war auch dieses Konzert im Kultursommer 2019                                                                                                                                                               RG

                   

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