KUSO 07

GIOCO DELLA CIECA I BLINDES SPIEL

Barockensemble „Concerto di Margherita“

1/16

Musik für Auge und Ohr

Was Freude an und durch Musik, vereint mit künstlerischer Qualität und Sinn für szenische Darbietung auslösen kann, konnte man am vergangenen Donnerstag beim Konzert „Gioco della cieca“ vom Ensemble Concerto di Margherita in der Stiftskirche erleben. Einerseits lag das wohl der emotionsreichen frühbarocken Musik, andererseits aber auch an der stimmigen Interpretation der Werke von Giovanni Kapsberger, Francesca Caccini, Sigismondo d’India, Claudio Monteverdi und Giaches de Wert. 

Von der ersten Nummer an war das Publikum sichtlich im Bann dieser feinfühligen Darstellung dieser Musik nicht nur für das Ohr, sondern auch das Auge. Die fünf Mitglieder des Ensembles (Tanja Vogrin, Giovanna Baviera, Francesca Benetti, Rui Staehelin und Ricardo L. Pedro) musizierten auf Laute, Barockgitarre, Theorbe, Viola da gamba und Harfe und begleiteten sich als Vokalgruppe selbst in kurzen Szenen zu den Themen Liebe, Leidenschaft, Betrug und Blendung. Selbstbegleitete Solostücke wechselten mit Duetten, Terzetten oder Quintetten in vollkommenem Wohlklang der ausgezeichnet harmonierenden Stimmen. Bewegungen, Gesten oder Blicke reichten, um die Musik und das Wort zu ergänzen und glaubhaft zu machen. Geschmeidig wie die Stimmen war auch die Abfolge der musikalischen Nummern szenisch choreografiert. Die Akustik der Stiftskirche tat ihr übriges, um die zarten Instrumentalklänge und den weichen Klang der Stimmen optimal zur Geltung zu bringen. Der begeisterte Schlussapplaus war nur mit zwei Zugaben zu beruhigen.                

Robert Gritsch